Donnerstag, 17. September 2009

Ich wär so gern ein Arschloch

... dann könnte ich mir jeden Abend aussuchen, welche ich heute verbrauche.

Das suggerieren jedenfalls sämtliche Ratgeber (manche packen das in Zuckerwatte, aber die ist wasserlöslich).

Das ist was, das ich nicht auf die Reihe kriege. Wenn mich jemand ein Arschloch nennen würde, würde ich zumindest versuchen, ihn bis zu seinem Ableben zu ignorieren (was mir in mindestens einem Fall auch annähernd gelungen ist). Das ist doch eine Beleidigung schlechthin.

Gleichzeitig soll das die Methode sein, die Weiber reihenweise abzusahnen.

Warum, warum und warum lieben Frauen beschimpfenswerte, verachtenswerte, charakterlich minderbemittelte Männer? Wenn ich das verstanden haben werde, dürft Ihr mich alle einen Monat lang nach Wahl Bärbel oder Uschi nennen (ich kenne eine tolle Bärbel übrigens).

Das bringt mich auf die Idee, daß ich Bärbel mal fragen könnte:Warum lieben Frauen Arschlöcher? Warum hat meine Ehefrau mich ein Vierteljahr, bevor sie mich in die Wüste geschickt hat, zum ersten Mal ein Arschloch genannt? Und sich dann bald mit mit einem, später mit noch einem, Arschloch eingelassen? Und mich nur noch verachtet, bis auf den heutigen Tag?Also, was ist das ABC für ein angehendes Arschloch?

Montag, 14. September 2009

2½ Stunden

… mit 4 Köstlichkeiten telefoniert.

So lange sollte es gar nicht werden, aber es verwundert mich auch nicht. Es verwundert mich nicht, daß es doch so lange geworden ist, aber es verwundert mich immer, wie ich überhaupt so lange telefonieren kann, ohne daß es mich nervt. Wo ich doch nicht gern telefoniere.

Wenn ich das Gespräch nicht abgebremst hätte, wäre es noch viel länger geworden.

Ich denke schon, daß eine Frau, die mich nicht leiden kann, niemals lange mit mir telefonieren würde, wenn überhaupt.

Eines meiner längsten Telefongespräche mit einer Frau war ein Trennungsgespräch, ohne Steit.

Sie (4Kö) meldete sich mit einem so erotischen Ton in der Stimme, das hätte ich von ihr gar nicht für möglich gehalten.

Hach ja.

Bißchen Erotik ist da wohl drin.

Sonntag, 13. September 2009

Taktik auf dem Sofa

Schon zweimal habe ich mich auf dem Sofa mit einer Frau wiedergefunden und darüber nachgedacht, welche Bedeutung der Platz und die Position haben, auf dem / in der wir uns befinden. Und was das zu bedeuten hat und wie ich wohl auf dem Sofa vorankommen kann.

Habe noch mit mehr Frauen auf Sofas gesessen, in früheren Zeiten, mir aber keine Gedanken gemacht. Was in keinem Zusammenhang mit meinem erotischen Erfolg stand. Ähäm. Trotzdem finde ich es lohnend, mal darüber nachzugrübeln.

Was jetzt folgt, ist vermutlich sehr spekulativ. Bloß weil ich mal ein Buch über Körpersprache gelesen habe.

1988 habe ich auf einem Sofa einer Frau in Gegenwart ihres Ehemannes meine Verlegenheit und meine Neugier mit meiner Zunge erklärt, also dort unten. Wußte fünf Minuten vorher noch nicht, daß ich das tun würde, und es war auch meine eigene freie (!un!gehinderte!) Entscheidung. Das ist meine älteste Sofa-Sex-Erotik-Erinnerung. Das scharfe Getränk vorher hieß Remy Mart:n.

Nicht nur durch dieses Erlebnis habe ich manchmal die beklommene Befürchtung, daß es Erfolge gibt, die man bei einem ersten unbefangenen Hereinmarsch erzielt und sich dann sagt: „Wenn das so lässig geht, kann ich das auch wiederholen.” Und dann kommt nichts mehr hinterher. Nie mehr oder aller Jahrzehnte mal. Wie wenn man mal herrenlose 20 € findet. Ein erfreulicher Zufall. Sollte einen aber nicht zu seiner neuen Bestimmung „Ich werde jetzt Geldscheinfinder” verleiten.

Dann, na ja, hatte ich ein sehr wichtiges Erlebnis. Morgens etwa 4 Uhr habe ich sanft die Hand der Frau, die neben mir auf ihrem Sofa saß, genommen, eine Minute später lagen wir knutschend da, sie unten, ich oben. 1½ Jahre später haben wir geheiratet. Das war ein wichtiges Sofa für mich, und der Tag, als sie es auf den Sperrmüll gegeben hat, hätte ein trauriger für mich sein sollen. Da hatte sie sich schon lange von mir getrennt.

Es war chamoixfarben mit blaßbraunen Streublümchen drauf.

Es gibt ein Sofa, auf dem ich seit über 20 Jahren schlafe, und es ist nicht totzukriegen. Da es immer flachgeklappt ist, ist es nicht wirklich als Sofa zu erkennen. Habe darauf mit zwei Frauen geschlafen. Eine von beiden hat mir die einzigen hand- und mundgemachten Orgasmen verpaßt, die ich je von einer Frau bekommen habe. Einen geblasen zu bekommen, ein Traum. Vor allem wenn es so vereinzelt ist.

Aber jetzt bin ich ins Genitale abgeglitten. Thema verfehlt.

Denn in jüngerer Zeit war die typische Situation, daß eine Frau mir das Vertrauen geschenkt hat, mich so weit in ihr Leben zu lassen, daß ich mit auf ihrem Sofa sitzen durfte.

Das war beide Male kein Verlobungssofa (eng geschnittener Zweisitzer), sondern ein mehr oder weniger großes L-förmiges Modell.

Der beherrschende Punkt scheint mir der Knick vom L zu sein. Wer den hat, kann sich auch auf jeden Fall anlehnen und in die Richtung seiner Wahl blicken (wo der Fernseher steht, spielt u.U. eine Rolle). Er (also sie) kann die Beine auf dem Sofa ausstrecken und es sich damit nicht nur bequem machen, sondern seine Füße auch als Barriere nehmen, den Kerl auf Beinlänge fernzuhalten. Und das war die Stelle, wo ich bei N.N. gesessen habe, wobei der andere (ein Freund von ihr, sie kannte ihn viel länger als mich) neben ihr saß. Das war nur bei einem meiner Dates der Fall, da haben er und ich ihre alte Waschmaschine zusammen nach unten getragen. Habe mich dann gescheut, mich dorthin zu setzen, wo er sonst sitzt. Hätte ich aber wohl tun sollen. Später habe ich es immerhin bißchen weiter bei ihr gebracht als er, aber das war auch die kürzeste feste Beziehung meines Lebens.

So, und jüngst saß ich mit 4 Köstlichkeiten auf ihrem Sofa, das größte, auf dem ich je mit einer Frau gesessen habe, nichts zum Anlehnen, weil der Sitz nach hinten hin soo tief ist. Jedenfalls hatte ich mir immerhin vorgenommen, ihr näherzurücken, sie fing auch nicht an, die Füße-Barriere gegen mich zu errichten. Sie saß also im inneren Knick des L, und ich saß dicht neben ihr, aber unsere Oberschenkel bildeten sozusagen einen 45°-Winkel, und so war sie schon wieder zu weit weg, um ihr den Arm um die Schulter zu legen oder um sich anzulehnen. Diese Beobachtung war eigentlich der Auslöser zu diesem Eintrag.

Was sich bei dieser Konstellation am nächsten ist, sind die Füße, die Unterschenkel, die Knie, die Hände, die Blicke. Doch eine Menge.

Ihre Beine waren leicht geöffnet, nichts überkreuzt, ihre Hände waren vollkommen entspannt, ein Zeichen für Vertrauen. Eher dafür als für gespannte Erwartung.

Vielleicht hätte ich mich zu fortgeschrittener Stunde hinter sie schlängeln und den Platz, wo sich die Rückenlehnen treffen, einnehmen sollen. Wie gesagt, die Sitze sind sehr tief. Dann hätte ich hinter ihr gesessen, was sie verunsichert und alles durcheinandergebracht hätte.

Soviel erst mal.

°ei° °ie°e°°e°e°.

Rückschau, Umschau, Vorschau.





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