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    <title>°ei° °ie°e°°e°e°. (Rubrik:&lt;!-- 19 --&gt; 2001)</title>
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    <description>Rückschau, Umschau, Vorschau.</description>
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  <item rdf:about="http://aber.twoday.net/stories/416068/">
    <title>Mein sch&amp;ouml;nstes erotisches Erlebnis</title> 
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    <description>Ich habe mich an eine Frau drangeh&amp;auml;ngt, die &amp;ouml;fter an die Nordsee f&amp;auml;hrt, alleine, einfach um dort zwischen den Kiefern zu liegen. Sie hat ihre bevorzugte Stelle. Strauchrosen gibt es dort auch. Das ist eine nicht empfehlenswerte Neigung von mir: mich an die Reisepl&amp;auml;ne von Frauen dranzuh&amp;auml;ngen. Das empfinden sie (sicher zu recht) als aufdringlich. In diesem Falle gelang es mir, sie begleiten zu d&amp;uuml;rfen (&amp;#8222;Hast du am Wochenende schon was vor?&amp;#8221;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kostete mich &amp;Uuml;berwindung, mich direkt neben ihr komplett umzuziehen. Da sie es tat, tat ich es eben auch. Ich traute mich nicht, nach ihrem K&amp;ouml;rper hinzuschielen. Was wollt Ihr, ich bin erzogen worden von Eltern, deren Eltern Eltern hatten, die noch unter Kaiser Wilhelm erzogen wurden. So was gibt sich weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir lagen lange in der Sonne. Oh Mann, Venedig sehen und sterben. Lasen, unterhielten uns lange. D&amp;ouml;sten. Schlie&amp;szlig;lich, 14:30 Uhr, beschlossen wir, ins Watt hinauszugehen. Es war ablaufendes Wasser. Ich hatte mein Lebtag keine Vorstellung davon gehabt, was das Watt ist. Es ist wie eine feuchte, braune W&amp;uuml;ste. Es ist Schlamm, aber er ist so fest, da&amp;szlig; kaum ein Fu&amp;szlig;abdruck zu sehen ist. (Noch ein Einschub: An der Nordsee gibt es Ebbe und Flut. Aller sechs Stunden steigt bzw. f&amp;auml;llt der Wasserspiegel erheblich. Dementsprechend werden Fl&amp;auml;chen &amp;uuml;berflutet oder liegen pl&amp;ouml;tzlich frei. Viele Tiere und Pflanzen leben regelrecht damit. Es ist ein sch&amp;uuml;tzenswertes Biotop. Zu bestimmten Zeiten ist es m&amp;ouml;glich, zwischen Inseln zu Fu&amp;szlig; zu gehen, wo zu anderen Zeiten Wasser ist.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser war weit hinten. Wir gingen nebeneinander. Die Sonne gab ein Licht auf das Watt, das ich mit Worten schwer beschreiben kann. Hell, aber nicht blendend. Unverge&amp;szlig;lich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sie studierte Biologin ist, konnte sie mir etwas &amp;uuml;ber die Krebse und die verr&amp;uuml;ckt anmutenden Wattw&amp;uuml;rmer erz&amp;auml;hlen. Es beeindruckte mich, da&amp;szlig; sie sich darauf verstand, einen dieser kleinen Krebse so zwischen die Finger zu nehmen, da&amp;szlig; er ihr nichts tun konnte. Ohne mit der Wimper zu zucken. Andere M&amp;auml;nner sind mit Oberweite, langen blonden Haaren und eingefrorenem Puppengesicht zu beeindrucken. Mich beeindruckt eine Frau, die ein unverkrampftes Verh&amp;auml;ltnis zu Krebsen und ein liebevolles Verh&amp;auml;ltnis zu Spinnen und Kakteen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reiter und Pferdewagen waren unterwegs im Watt. Wir erreichten die Wasserkante. Sie erkl&amp;auml;rte mir alles. Ich habe vergessen, ob es das Priel oder der Priel hei&amp;szlig;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war von Anfang an auf sie aus gewesen. Sie geh&amp;ouml;rt zu den Menschen, die ich einmal im Leben sehe und immer wiedererkenne. Apart. Einzigartig. Das mit dem Wiedererkennen ist eine Geschichte f&amp;uuml;r sich. Vielleicht sp&amp;auml;ter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geh&amp;ouml;rt zu meinen gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Errungenschaften, da&amp;szlig; ich mit ihr dort stand und es &amp;uuml;ber mich brachte, sie zu fragen, ob ich sie hier mal in den Arm nehmen darf. [nota bene: &amp;#8222;hier&amp;#8221; und &amp;#8222;darf&amp;#8221;] Die Intuition dazu hatte ich erst auf dem Weg dorthin erhalten. Jede Reaktion war vorstellbar. Schlimmstenfalls mu&amp;szlig;te ich die 150 km nach *** allein zur&amp;uuml;ck. Meine Angst geohrfeigt zu werden werde ich separat in diesem Blog berichten. Ich hatte auch keine Erwartung, was jetzt zu passieren hatte (nat&amp;uuml;rlich: was Ertr&amp;auml;gliches). Es geschah etwas f&amp;uuml;r mich &amp;Uuml;berraschendes. Sie schmiegte sich sofort wortlos an mich. Wir waren ja nur mit (trockenem) Badezeug bekleidet. Dann sahen wir uns kurz in die Augen und k&amp;uuml;&amp;szlig;ten uns. Heute sagt mir die Einbildung, da&amp;szlig; die Bewegung dazu sogar von ihr ausging. Es waren die weichsten Lippen, die ich je in meinem Leben gek&amp;uuml;&amp;szlig;t habe. Und es war der erste erotische Ku&amp;szlig; nach fast f&amp;uuml;nf Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zeitgef&amp;uuml;hl ging verloren dort drau&amp;szlig;en. Als wir sozusagen wieder aus unserer Verlorenheit auftauchten, war das Wasser, an dessen Saum wir eben (...) noch gestanden hatten, weit hinten. Wir gingen langsam zur&amp;uuml;ck zum Strand. Heute macht es mich traurig, knutschende P&amp;auml;rchen zu sehen. Damals waren wir ein solches. Sie haben einen Freibrief. Immer wieder blieben wir stehen und k&amp;uuml;&amp;szlig;ten uns. Was in einem runtergefahrenen M&amp;auml;nnerkopf da abgeht? Nicht viel. Gleich zu Beginn hatte ich mich an sie gedr&amp;uuml;ckt, Ihr wi&amp;szlig;t schon wo. Sie hatte keinerlei Unbehagen dar&amp;uuml;ber gezeigt. Es steht in einem so skurrilen Widerspruch zu meiner heutigen Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir zur&amp;uuml;ck am Ufer, bei unserer Decke, waren, legten wir uns enger zusammen. Ich legte meine Hand auf ihre H&amp;uuml;fte. Ich liebe das. Wir unterhielten uns. Schliefen wohl ein bi&amp;szlig;chen (ich sagte: schliefen). N&amp;auml;he und Vertrauen. Lange.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich aufstand, trat ich mit der nackten Fu&amp;szlig;sohle auf meine offen daliegende Brille. Beide Gl&amp;auml;ser brachen mehrfach. Mein Fu&amp;szlig; bleib vollkommen unverletzt. An dieser Stelle braucht es wohl eine Art Symbol-Deuter. Viele Jahre hatte ich diese Brille getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir beschlossen, zusammen essen zu gehen. Sie i&amp;szlig;t nicht so viel, aber an dem Abend a&amp;szlig; sie viel und schwer. Leute, ein Fischrestaurant!! Name auf Anfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur&amp;uuml;ck in *** bei mir, sprach ich dar&amp;uuml;ber, ob sie mit zu mir hochkommen wollte. Obwohl ich wu&amp;szlig;te, da&amp;szlig; die Wohnung in einem Zustand war, der selbst eine Nymphomanin selbstt&amp;auml;tig wieder zur T&amp;uuml;r rausgeboingt h&amp;auml;tte. Sie sagte mit &amp;Uuml;berlegung mehrfach nein. Wir &amp;#8222;lagen&amp;#8221; noch lange in ihrem am Stra&amp;szlig;enrand geparkten Auto.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schlie&amp;szlig;lich verabschiedeten wir uns und sie fuhr nach Hause. Wir waren Arbeitskollegen. Wir hatten in den folgenden Wochen eine kurze, aber feste Beziehung. Sie war von den beiden Frauen, mit denen ich bisher zusammen war, die, von der ich heute noch mit warmherzigen Gef&amp;uuml;hlen spreche. Noch heute, nach &amp;uuml;ber drei Jahren, h&amp;auml;ngt ein Bild von ihr bei mir im Flur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit gro&amp;szlig;en Zeitabst&amp;auml;nden telefonieren wir noch. Sp&amp;auml;ter hatte sie schwere gesundheitliche Probleme zu bew&amp;auml;ltigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich das so schreibe, ach, dann w&amp;uuml;nschte ich, es g&amp;auml;be nicht ein bis wenige Punkte, die uns auseinanderhalten. Sie ist so lieb, so besonders. Sie hat damals &amp;#8222;ja&amp;#8221; zu mir gesagt. Das verpflichtet mich ihr auf gewisse Weise mein Leben lang. Und sie hat mir gesagt, da&amp;szlig; sie sonst meist &lt;i&gt;Nein&lt;/i&gt; zu M&amp;auml;nnern sagt (sonst mein &amp;uuml;bliches Los!). Sie hat mir noch an dem Abend verraten, da&amp;szlig; sie bereits vorher (wir waren in einem sehr interessanten Museum gewesen auf dem Weg zum Meer) die Neigung gesp&amp;uuml;rt hat, mir n&amp;auml;her zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mein Blog weiter mitverfolgen wird, wird sehen, da&amp;szlig; dieses Erlebnis in meinem bisherigen Leben eine gro&amp;szlig;e Seltenheit dargestellt hat. Umso wertvoller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Leute, habt Ihr eine F*ck*f*ck*-Geschichte erwartet? Das war das sch&amp;ouml;nste erotische Erlebnis in meinem bisherigen Leben. Und das sage ich mit schwelgender Bedeutung. Dem wird nur *eine* andere Phantasie noch gerecht. Es ist eine Phantasie: Eine Frau zu k&amp;uuml;ssen auf einem kegelf&amp;ouml;rmigen H&amp;uuml;gel oder Berg, wo es nach allen Seiten mit freier Sicht nur runter geht. Oben, auf nur einem Quadratmeter Boden. Sozusagen &amp;uuml;ber der Welt.</description>
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